Mit der "Aktion zusammen wachsen – Bildungspatenschaften stärken, Integration fördern" hat die Beauftragte der Bundesregierung für Migration, Flüchtlinge und Integration, Staatsministerin Prof. Dr. Maria Böhmer, sich zum Ziel gesetzt, bereits bestehende Patenschaftsprojekte für junge Menschen mit Zuwanderungshintergrund zu vernetzen und die Gründung weiterer zu unterstützen. Bürgerschaftliches Engagement soll gefördert werden, um die Bildungschancen von Menschen mit Zuwanderungshintergrund zu erhöhen.
Hier das JutE-Kurzportrait der "Aktion zusammen wachsen":
Aller Anfang ist schwer. Dies gilt auch für die ersten Schuljahre. Denn nicht alle Kinder kommen mit den zahlreichen neuen Aufgaben sofort gut zurecht. In Aachen wurde deshalb das Projekt JutE (Jugend trifft Erfahrung) entwickelt: Um Mädchen und Jungen im Alter von sechs bis zehn Jahren über die ersten schulischen Hürden hinwegzuhelfen, gehen ehrenamtliche Mentorinnen und Mentoren regelmäßig in die Grundschulen und unterstützen die Kinder beim Lesen, Schreiben und Rechnen. Das Projekt wurde Ende Juni auf dem zweiten Fachkongress der "Aktion zusammen wachsen" vorgestellt.
Die Einzelbegleitung findet entweder vormittags, im Wege individueller Förderstunden, oder nachmittags im Rahmen des Ganztagsbetriebs von Grundschulen statt. Zwar waren auch bisher schon Ehrenamtliche an einzelnen Grundschulen tätig. Das Besondere an "JutE" ist aber, dass für alle 42 Aachener Grundschulen sowie die sechs Förderschulen mit Primarzweig ein Bildungsmentorennetzwerk aufgebaut werden soll. Bislang beteiligten sich 14 Schulen an dem Projekt. Fünf weitere haben ihr Interesse angemeldet.
"Bevor unsere Mentorinnen und Mentoren an den Start gehen, nehmen sie an Schulungen teil, die ihnen die Arbeitsweisen in Grundschulen und die Lebenswelt der Grundschülerinnen und Grundschüler von heute näher bringen. Weitere Schulungen entwickeln sich aus den Nachfragen der Mentorinnen und Mentoren, insbesondere durch die Reflektionsrunden, die alle sechs Wochen stattfinden", sagt Projektverantwortliche Jessica Weigand vom Caritasverband Aachen. Für die Schulungen konnten verschiedene Kooperationspartner der Stadt Aachen wie die Volkshochschule oder die Regionale Arbeitsstelle für Kinder und Jugendliche aus Zuwandererfamilien (RAA) gewonnen werden. Wie die Mentorinnen und Mentoren am besten in den Schulalltag integriert werden können, legen Schule und Projektbeteiligte jeweils individuell fest.
"JutE" wurde vom "Aachener Bündnis für Familien" entwickelt und ging im Sommer vorigen Jahres an den Start. 35 ehrenamtliche Helferinnen und Helfer konnten inzwischen gewonnen werden – vorwiegend Ältere, aber auch Studentinnen und Studenten. Voraussetzung ist, dass die Freiwilligen Geduld und Erfahrung im Umgang mit Kindern mitbringen sowie drei bis fünf Stunden Zeit pro Woche. Notwendig sind außerdem gute Deutschkenntnisse, da ein wichtiges Ziel die Sprach- und Leseförderung ist.
Die Ehrenamtlichen helfen aber nicht nur beim Lernen. Weil Lehrerinnen und Lehrer, aber auch Eltern manchmal an ihre Grenzen stoßen, hören sie den Kindern auch einfach nur zu, reden mit ihnen über Probleme, geben Ratschläge, muntern sie auf, machen Lust aufs Lernen oder zeigen ihre Zuwendung. Die Teilnahme der Kinder am Projekt ist freiwillig, die ehrenamtlichen Helferinnen und Helfer stehen in engem Kontakt mit den Lehrerinnen und Lehrern. Im September diesen Jahres startet eine zweite Runde, für die neue Mentorinnen und Mentoren gesucht werden.
Quelle: http://www.aktion-zusammen-wachsen.de/index.php?id=110&pid=14